Keine Verbindung

Das Schloss im Himmel

Schatzsuche in luftigen Höhen.

Anime 1986 · 124 min · Abenteuer
8.7 Mäßig
Abenteuer Fantasy Animation Action Familie Lost Civilization Steampunk Pirates Environmental Aviation Fugitive

Unvorstellbarer Reichtum und eine geheimnisvolle Technologie, mit der sich die Welt beherrschen lässt. All dies soll man finden können auf Laputa, dem sagenumwobenen Schloss im Himmel. Sheeta, ein Mädchen, besitzt einen magischen Kristall, der ihr den Weg nach Laputa weist. Kein Wunder, dass ihr schon bald andere auf den Fersen sind: eine Bande von Himmelspiraten, die Armee sowie der Regierungsagent Musca. Glücklicherweise trifft Sheeta in dem Jungen Pazu nicht nur einen Begleiter, sondern findet durch das gemeinsame Abenteuer auch einen Freund.

Originaltitel
天空の城ラピュタ
Herkunftsland
🇯🇵 Japan
Jahr
1986
Studio
Studio Ghibli

Wissenswertes & hinter den Kulissen

/
Entstehung

Der Film basiert auf einer fiktiven Geschichte, die Hayao Miyazaki bereits als Grundschüler ersonnen hatte, und ist die erste komplett originäre Kinoanimation ohne literarische Vorlage. Das Projekt entstand, weil Miyazaki über Produzent Toshio Suzuki dringend Geld für die verzögerte Realverfilmung 'Yanagawa Horiwari Monogatari' von Isao Takahata beschaffen musste und dafür einen neuen Kinofilm produzieren sollte, dessen Einnahmen die Kosten decken würden.

Entstehung

Der Name 'Laputa' wurde Jonathan Swifts 'Gullivers Reisen' entlehnt, wo ein fliegendes Königreich namens Laputa vorkommt. Miyazaki mochte den ursprünglich als 'Rapyuta' vorgesehenen Namen eigentlich nicht, übernahm ihn aber, weil er das Exposé glaubwürdiger klingen ließ, obwohl er das Buch selbst nur in einer Kurzfassung gelesen hatte und es kaum interessant fand.

Entstehung

Als Vorbereitung reiste Miyazaki im Mai 1985 nach Wales in Großbritannien, wo er die Landschaft und die von Bergarbeiterstreiks geprägten Gemeinschaften der 1980er Jahre erlebte; diese Eindrücke flossen direkt in die Darstellung von Pazus Bergarbeiterdorf ein. Die Reise war eine Empfehlung von Produzent Isao Takahata, der meinte, die Zeit der britischen Industriellen Revolution passe gut zum Setting des Films.

Entstehung

Der Name des Helden Pazu stammt aus einer Liste von Seemannsnamen, die Miyazaki schon in seiner Studienzeit erdacht hatte; er war der einzige Name aus dieser Liste, der nicht bereits in 'Zukunftsjunge Conan' verwendet worden war. Der Name der Heroine Sheeta geht auf eine von Miyazaki in seiner Studienzeit geschriebene Puppentheater-Figur namens Sheeta (griechischer Buchstabe Theta) zurück.

Entstehung

Die Idee der 'verfallenen antiken Maschinenzivilisation', der schwebenden Insel und der Luftpiratenfamilie Dora geht auf Motive zurück, die Miyazaki für das nie realisierte Projekt 'Ramayana' (eine geplante japanisch-indische Koproduktion mit Themen wie untergegangenen Zivilisationen und antiken Nuklearwaffen) sowie für seine Mitarbeit am 'Little Nemo'-Projekt entwickelt hatte.

Besetzung

Die Figur Dora wurde nach Miyazakis eigener Mutter gestaltet, und Miyazaki selbst bezeichnete Dora als seine liebste Figur aus seinem gesamten Schaffen.

Anspielungen

Die Kampfroboter des Films dienten als Vorbild für das Design der Iron Golems im Videospiel 'Minecraft'; auch die Geste, mit der ein Golem einem Dorfbewohner eine Blume überreicht, wurde von einer Szene aus dem Film inspiriert.

Rezeption

Bei jeder Fernsehausstrahlung in Japan lösten Zuschauer durch massenhafte Beiträge zum Stichwort 'Balse' (dem Zerstörungswort im Film) in Echtzeit-Kommentarforen wiederholt Serverausfälle aus. Bei der Ausstrahlung am 2. August 2013 wurden 143.199 Tweets pro Sekunde gezählt, ein damaliger Weltrekord.

Rezeption

Trotz eines für damalige Verhältnisse eher schwachen kommerziellen Erfolgs an den japanischen Kinokassen (etwa 770.000 Zuschauer) ergab eine Zuschauerzufriedenheitsumfrage des Verleihs Toei einen sehr hohen Wert von 97,7 Prozent, und der Erfolg reichte aus, um die Produktion eines nächsten Studio-Ghibli-Films zu rechtfertigen.

Musik

Ursprünglich war Ryūdō Uzaki als Komponist vorgesehen, und auch Joe Hisaishi war zunächst wegen seiner Arbeit an Yoshikazu Yasuhikos Film 'Arion' verhindert; erst auf erneutes Drängen von Produzent Isao Takahata wurde Hisaishi doch noch verpflichtet und schuf eine von irischer und schottischer Folk-Musik inspirierte Orchesterpartitur.

Musik

Für die von Disney produzierte US-Synchronfassung wurde Joe Hisaishi 1999 beauftragt, seine ursprünglich nur etwa 37 Minuten lange Filmmusik auf rund 90 Minuten zu erweitern und mit einem Sinfonieorchester neu einzuspielen, da westliche Zuschauer an eine durchgehende musikalische Untermalung gewöhnt seien.

Wissenswertes

Der internationale Titel wurde von 'Laputa' zu 'Castle in the Sky' geändert, weil der Name 'La Puta' im Spanischen 'die Hure' bedeutet und daher in spanischsprachigen Ländern sowie in den USA mit großer hispanischer Bevölkerung als unpassend galt.

Wissenswertes

Die Trompetenmelodie 'Hato to Shōnen', die Pazu im Film spielt, wurde im April 2010 von der NASA als Weckruf für die japanische Astronautin Naoko Yamazaki während der Space-Shuttle-Mission STS-131 auf der Internationalen Raumstation abgespielt.

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