Lord of War - Händler des Todes

Wo ein Wille ist, ist eine Waffe.

2005 · 122 min · Krimi
8.8 Mäßig
Krimi Drama Thriller

Der Handel mit Waffen ist ein dreckiges aber lukratives Geschäft. Und Yuri Orlov ist darin der Beste. Nach bescheidenen Anfängen in New Yorks Stadtteil Little Odessa steigt er gemeinsam mit seinem Bruder Vitali nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zum mächtigsten Waffenschieber der Welt auf. Unmenschliche Diktatoren und legitime Staatsoberhäupter – Yuri versorgt sie alle. Partei ergreift er nicht, so lange die Kasse stimmt. Da heftet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere der Interpol-Agent Jack Valentine an seine Fersen und Ehefrau Ava stellt ihn vor ein Ultimatum. Yuri will sich für die Familie entscheiden, doch seine Kunden sind ihm unangenehm treu…

Originaltitel
Lord of War
Herkunftsland
🇺🇸 Vereinigte Staaten
Jahr
2005

Wissenswertes & hinter den Kulissen

/
Entstehung

Andrew Niccol schrieb das Drehbuch innerhalb von nur vier Monaten, da er schon zuvor Informationen über den Waffenhandel gesammelt hatte, um sie später in einen Film einzubauen.

Entstehung

Ein Agent der Creative Artists Agency beschrieb das Skript 2004 gegenüber Produzent Philippe Rousselet als 'Goodfellas in der Welt des Waffenhandels'. Da das Skript kurz vor Beginn des Irakkriegs eingereicht wurde, scheuten amerikanische Studios die Finanzierung wegen der kritischen Darstellung der US-Rolle im Waffenhandel, weshalb Rousselet eineinhalb Jahre brauchte, um ausländische Investoren zu finden.

Besetzung

Andrew Niccol hatte beim Schreiben der Figur Yuri Orlov nicht von Anfang an Nicolas Cage im Kopf, doch nach Fertigstellung des Drehbuchs kam für ihn kein anderer Schauspieler mehr infrage; Cage nahm die Rolle ohne Zögern an und sprach zur Vorbereitung mit echten Waffenhändlern.

Besetzung

Ethan Hawke, der die Rolle des Agenten Jack Valentine spielt, ist seit den Dreharbeiten zu 'Gattaca' 1997 mit Regisseur Andrew Niccol befreundet – 'Lord of War' war ihre zweite Zusammenarbeit.

Dreh

Bei Dreharbeiten in der Tschechischen Republik stellte Niccol fest, dass es günstiger war, echte Kalaschnikows zu kaufen als Requisiten anfertigen zu lassen, und erwarb daraufhin 3.000 echte Sturmgewehre (tschechische vz. 58, die der AK-47 ähneln); die meisten wurden später mit Verlust weiterverkauft, einige zur Unbrauchbarmachung zersägt.

Dreh

Für eine Szene mit rund 50 T-72-Panzern liehen die Filmemacher echte Panzer eines Waffenhändlers, der sie kurz darauf nach Libyen verkaufen wollte; die NATO musste vorab informiert werden, damit Satellitenaufnahmen nicht als militärischer Truppenaufbau missverstanden würden.

Dreh

Das im Film gezeigte Antonow An-12-Transportflugzeug gehörte einem russischen Waffenhändler (Berichten zufolge Viktor Bout) und wurde nur wenige Wochen vor dem Dreh tatsächlich für einen realen Waffendeal im Kongo eingesetzt.

Dreh

Für eine Szene mit einem Bunker voller AK-47 wurde dieser tatsächlich mit 3.000 echten Sturmgewehren gefüllt, da dies günstiger war als Nachbildungen herzustellen.

Dreh

Aus Sicherheitsgründen bedenklich, aber von Regisseur Niccol als perfekt empfunden, wurde eine Straßenszene, die die liberianische Hauptstadt Monrovia darstellen sollte, in einer der gefährlicheren Gegenden von Kapstadt gedreht.

Anspielungen

Die Figur Yuri Orlov orientiert sich unter anderem an dem russischen Waffenhändler Viktor Bout, der 2010 in Bangkok verhaftet wurde; beide trugen den Spitznamen 'Merchant of Death', verkauften Waffen an beide Seiten desselben Konflikts und reisten mit mehreren Pässen.

Anspielungen

Der von Donald Sutherland gesprochene hochrangige US-Offizier trägt den Namen 'Colonel Oliver Southern' als Anspielung auf den realen Lieutenant Colonel Oliver North, der in die Iran-Contra-Affäre verwickelt war.

Anspielungen

Der liberianische Diktator André Baptiste im Film ist an den echten Charles Taylor angelehnt, der wie die Filmfigur Baptist-Prediger war; auch der Sohn Baptistes basiert auf Taylors Sohn Charles McArther Emmanuel.

Rezeption

Zwei Jahre nach Kinostart veröffentlichte Amnesty International eine Unterstützungserklärung für den Film, da er 'die tödlichen Auswirkungen des unkontrollierten globalen Waffenhandels' verdeutliche; Nicolas Cage schloss sich nach den Dreharbeiten der Organisation Control Arms an.

Rezeption

Der Film war mit weltweit 72,6 Millionen US-Dollar Einspielergebnis bei einem Budget von 50 Millionen US-Dollar an den Kinokassen ein finanzieller Enttäuschung, verkaufte sich jedoch sehr gut auf DVD – allein in den USA über 2,5 Millionen Exemplare in der ersten Woche.

Musik

Der Filmsong über den Abspann und Vorspann sowie weitere Stücke wie 'Cocaine' von Eric Clapton, 'Hallelujah' in der Version von Jeff Buckley und 'La Vie En Rose' von Grace Jones wurden neben der Filmmusik von Antonio Pinto verwendet.

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