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Der Besessene

The motion picture that starts its own tradition of greatness.

1961 · 141 min · Western
6.8 Mäßig
Western Drama

Rio ist nach einem Banküberfall von seinem Kumpel Dad Longworth im Stich gelassen worden. Nach fünf Jahren entkommt er aus dem Gefängnis und sinnt auf Rache. Rio spürt Dad auf, der inzwischen ein geruhsames Leben als Familienvater und Sheriff führt. Um ihm eins auszuwischen, verführt Rio Dads Stieftochter Louisa und gibt ihr danach hämisch den Laufpaß. Als er wenig später in Notwehr einen Mann erschießt, steigt die Wut im Bauch des Sheriffs. Nach heftigem Streit mit dem vorgesehenen Regisseur Stanley Kubrick übernahm Brando die Dreharbeiten. Seine einzige Regiearbeit zählt zu den interessantesten Western überhaupt.

Originaltitel
One-Eyed Jacks
Herkunftsland
🇺🇸 Vereinigte Staaten
Jahr
1961

Wissenswertes & hinter den Kulissen

/
Entstehung

Der Film basiert lose auf dem Roman The Authentic Death of Hendry Jones von Charles Neider aus dem Jahr 1956, der die Billy-the-Kid-Geschichte von New Mexico nach Monterey, Kalifornien verlegt. Rod Serling, Schöpfer der Twilight Zone, schrieb eine erste Drehbuchfassung, die jedoch abgelehnt wurde.

Entstehung

Nach Rod Serling wurde Sam Peckinpah engagiert, der mehrere Drehbuchfassungen ablieferte, bevor er von Brando gefeuert wurde. Danach revidierten Calder Willingham und schließlich Guy Trosper das Skript, sodass letztlich nicht klar ist, wer wie viel zur endgültigen Geschichte beitrug.

Entstehung

Ursprünglich sollte Stanley Kubrick Regie führen, doch er stieg nur zwei Wochen vor Drehbeginn im November 1958 aus, um stattdessen Lolita zu realisieren. Karl Malden wurde die Regie angeboten, lehnte aber ab, woraufhin Marlon Brando sich freiwillig meldete und damit sein einziges Regieprojekt übernahm.

Besetzung

Stanley Kubrick hätte für die Rolle des Dad Longworth ursprünglich lieber Spencer Tracy besetzt, doch Brando hatte die Rolle bereits seinem Freund Karl Malden zugesagt, der bei Brandos Produktionsfirma Pennebaker unter Vertrag stand.

Dreh

Die für drei Monate geplanten Dreharbeiten dauerten letztlich sechs Monate und kosteten mit sechs statt der veranschlagten zwei Millionen Dollar dreimal so viel wie budgetiert. Brando belichtete dabei rund 300 Kilometer Filmmaterial (etwa 1 Million Fuß).

Dreh

Gedreht wurde ungewöhnlich für einen Western direkt am Pazifik, unter anderem in Big Sur, am Pebble Beach und am Pfeiffer Beach in Kalifornien.

Dreh

Brandos erster Rohschnitt dauerte 4 Stunden und 42 Minuten; aus Erschöpfung verließ er während der Postproduktion das Projekt, sodass Paramount die finale 141-minütige Fassung ohne seine Beteiligung fertigstellte. Brando kehrte jedoch zurück, um das Ende neu zu drehen und der Geschichte einen versöhnlicheren Abschluss zu geben.

Dreh

Unter dem herausgeschnittenen Material befand sich eine romantische Nebenhandlung zwischen Brandos Figur und einer von Lisa Lu gespielten „Nichte eines chinesischen Fischers“; ein Teil des ungenutzten Materials wurde später zerstört.

Effekte

Der Film war die letzte Produktion von Paramount Pictures im VistaVision-Format und blieb bis zum Film The Brutalist 2024 der letzte im VistaVision gedrehte Film sowie bis One Battle After Another 2025 der letzte in diesem Format vorgeführte Film.

Rezeption

Trotz einer Oscar-Nominierung für Kameramann Charles Lang und dem Gewinn der Goldenen Muschel beim Filmfestival von San Sebastián 1961 (inklusive Bester-Darstellerin-Preis für Pina Pellicer) war der Film an den Kinokassen ein Misserfolg, was zu einer Reihe erfolgloser Filme in Brandos Karriere führte.

Anspielungen

In der Serie Twin Peaks von David Lynch und Mark Frost trägt ein Bordell den Namen „One-Eyed Jacks“, und im Dialog zwischen Donna Hayward und Audrey Horne wird ausdrücklich auf den gleichnamigen Brando-Western angespielt.

Anspielungen

Im Videospiel Cyberpunk 2077 läuft während einer Missionsszene in einem Kino ein kurzer Ausschnitt aus dem Film.

Wissenswertes

Die mexikanische Schauspielerin Pina Pellicer, die Louisa spielte, nahm sich 1964 im Alter von 30 Jahren das Leben.

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