Grausame Visionen, die seinen Blick für die Realität trüben, quälen den New Yorker Postbeamten Jacob Singer. In der U-Bahn haben Fremde Hörner und Schwänze, eine Party scheint von Dämonen bevölkert, und aus dem Kühlschrank starrt ihm ein Tierkopf entgegen. Mit Hilfe seines Chiropraktikers Louis kommt dem unscheinbaren Vietnamheimkehrer der Verdacht, daß er im Krieg Opfer militärischer Drogenexperimente geworden ist. Oder ist doch etwas Übernatürliches hinter ihm her und zerstört langsam aber sicher seine Realität. Oder gibt es einen ganz anderen Grund? Immer mehr verwischen die Grenzen...
Bruce Joel Rubin schrieb das Drehbuch bereits 1980, inspiriert von einem eigenen Albtraum, in dem er in einer New Yorker U-Bahn-Station gefangen war. Es dauerte zehn Jahre, bis der Film tatsächlich realisiert wurde.
Entstehung
Rubin, jüdischer Herkunft, verbrachte vor dem Schreiben von Jacob's Ladder und Ghost zwei Jahre in einem tibetisch-buddhistischen Kloster in Nepal und wollte den Film als moderne Interpretation des Tibetischen Totenbuchs verstanden wissen.
Entstehung
Das Drehbuch galt lange als unverkäuflich und wurde 1983 vom Magazin American Film zu den zehn besten unproduzierten Drehbüchern Hollywoods gezählt. Regisseure wie Michael Apted, Sidney Lumet und Ridley Scott zeigten Interesse, doch kein großes Studio wollte investieren, da es als zu metaphysisch galt.
Entstehung
Adrian Lyne entschied sich 1988 für Jacob's Ladder anstelle einer geplanten Verfilmung von 'Bonfire of the Vanities'. Nach Eigentümerwechseln bei Paramount wurde das Projekt zunächst gestoppt, bevor es das unabhängige Studio Carolco Pictures übernahm und Lyne mehr kreative Freiheit sowie ein Budget von 25 Millionen Dollar gab.
Entstehung
Die Erzählstruktur mit einem subjektiv erlebten, in Wahrheit aber blitzartigen Zeitverlauf wurde von Robert Enricos Kurzfilm 'An Occurrence at Owl Creek Bridge' (1962) inspiriert, einem der Lieblingsfilme von Adrian Lyne, der auf einer Kurzgeschichte von Ambrose Bierce basiert.
Besetzung
Tim Robbins und Elizabeth Peña gehörten zu den Ersten, die für die Rollen von Jacob und Jezzie vorsprachen, doch Carolco Pictures verlangte zunächst etablierte Stars. Für Jacob wurden Dustin Hoffman, Richard Gere und Al Pacino erwogen, für Jezzie Andie MacDowell, Julia Roberts, Demi Moore und Madonna, bevor Lyne sich dennoch für Robbins und Peña entschied.
Dreh
Die Dreharbeiten begannen am 11. September 1989 in New York City, unter anderem in Staten Island, Queens und Brooklyn. Die U-Bahn-Traumsequenzen wurden in einer verlassenen, damals nicht genutzten unteren Gleisebene der Station Bergen Street gedreht, wo noch U-Bahn-Wagen des Typs R10 zu sehen sind.
Dreh
Der Vietnamkriegs-Veteran Captain Dale Dye fungierte als militärischer Berater und gab den Schauspielern der Vietnam-Handlung, darunter Tim Robbins, ein fünftägiges Bootcamp-Training. Die Kriegsszenen wurden im Dschungel bei Vega Baja, Puerto Rico, mit UH-1-Hubschraubern der National Guard von Puerto Rico gedreht, die Dreharbeiten endeten im Januar 1990 an der Tortuguero-Lagune bei einem Budget von 40 Millionen Dollar.
Effekte
Alle Spezialeffekte wurden in der Kamera gefilmt, ganz ohne Nachbearbeitung. Für den charakteristischen Body-Horror-Effekt ließ Lyne Schauspieler ihren Kopf bei niedriger Bildrate schnell schütteln, wodurch bei der Wiedergabe eine erschreckend schnelle Bewegung entsteht, inspiriert von der Kunst Francis Bacons.
Effekte
Statt der von Rubin im Drehbuch vorgesehenen traditionellen Dämonen- und Höllenbilder entschied sich Lyne nach heftigen Diskussionen für Bilder, die an Thalidomid-Deformationen erinnern, um einen stärkeren Schockeffekt zu erzielen. Beide wurden dabei von H. R. Giger, den Fotografen Diane Arbus und Joel-Peter Witkin sowie dem Stop-Motion-Kurzfilm 'Street of Crocodiles' der Brothers Quay beeinflusst.
Dreh
Laut Lynes Audiokommentar empfanden Testzuschauer die erste Fassung des Films als zu überwältigend, weshalb rund 20 Minuten verstörender Szenen, vor allem aus dem letzten Drittel, herausgeschnitten wurden.
Anspielungen
Der Abspann-Hinweis, dass das Pentagon den Einsatz des Halluzinogens BZ an eigenen Soldaten im Vietnamkrieg bestreitet, wurde teilweise durch Martin A. Lees Buch 'Acid Dreams: The CIA, LSD and Sixties Rebellion' inspiriert, obwohl das Buch selbst laut Lyne keinen Hinweis auf einen solchen Einsatz von BZ enthält.
Anspielungen
Der Film übte großen Einfluss auf die Horror-Videospielreihe Silent Hill aus, besonders auf Silent Hill 2, dessen Protagonist eine fast identische Feldjacke wie Jacob trägt und dessen Kopf-Zittern-Effekt direkt aus dem Film übernommen wurde. Auch Regisseur Christophe Gans bezog sich für seinen Film 'Return to Silent Hill' explizit auf die gleiche Erzählidee wie in Jacob's Ladder.
Anspielungen
Christopher Nolan gab an, dass die abstrakte Bildsprache von Jacob's Ladder sein Werk 'Oppenheimer' (2023) beeinflusst habe. Auch Ryan Murphy (American Horror Story: Asylum) und Shinji Mikami (The Evil Within, Resident Evil) nannten den Film als Einfluss.
Musik
Mehrere Musiker samplten Dialoge aus dem Film, darunter UNKLE mit Thom Yorke im Song 'Rabbit in Your Headlights' sowie VNV Nation, die ihren Track 'Forsaken' mit dem im Film zitierten Ausspruch von Meister Eckhart enden lassen.
Rezeption
Bei CinemaScore-Umfragen erhielt der Film von den Zuschauern nur eine durchschnittliche Bewertung von 'C−', obwohl er auf Rotten Tomatoes mit 72 Prozent positiven Kritiken und einem Metacritic-Score von 62 von 100 insgesamt eher wohlwollend besprochen wurde.