Keine Verbindung

Die unglaublichen Abenteuer des hochwohllöblichen Ritters Branca Leone

1966 · 120 min · Komödie
7.7 Nische
Komödie Abenteuer

Einem totgeglaubten Ritter entwenden drei Strauchdiebe eine Urkunde und geben sie Brancaleone. Sie verbürgt dem Inhaber den Besitz des Lehensgutes Aurocastro. Brancaleone zieht an der Spitze der kleinen Strauchdiebe in Richtung seines neuen Besitzes. Unterwegs hat er viele gefährliche und tollkühne Abenteuer zu bestehen. Abenteuer, die ihm mehr als einmal fast das Leben kosten. Schöne Frauen säumen seinen unaufhaltsamen Weg und die Schar seiner Anhänger und Bewunderer wächst ständig. Schließlich erreicht Brancaleone das Lehensgut Aurocastro, seinen vermeintlichen neuen Besitz. Doch der rechtmäßige Herr des Lehensgutes ist nicht tot; er lässt Brancaleone und seine Freunde auf den Scheiterhaufen stellen. Nur ein vorbeiziehender Haufen Pilger rettet ihnen das Leben und Brancaleone geht mit ihnen ins heilige Land.

Originaltitel
L'armata Brancaleone
Herkunftsland
🇮🇹 Italien
Jahr
1966

Wissenswertes & hinter den Kulissen

/
Entstehung

Regisseur Mario Monicelli hatte die Idee zu Brancaleone durch einen Zufall in den Cinecittà-Studios, als er Szenen des unfertigen Films 'Donne e soldati' von 1955 sah. Das Projekt sollte ursprünglich von der kurzlebigen Produktionsgenossenschaft Film Cinque realisiert werden, wurde aber aus wirtschaftlichen Gründen erst 1965 vom Produzenten Mario Cecchi Gori wiederaufgenommen.

Entstehung

Die Drehbuchautoren Age & Scarpelli erfanden für die Dialoge eine völlig eigene Kunstsprache, eine Mischung aus makkaronischem Latein, mittelitalienischen Dialekten (vor allem aus Rom und Viterbo) und der mittelalterlichen Volkssprache von Jacopone da Todi und Franz von Assisi.

Entstehung

Als Inspiration dienten den Autoren neben Werken wie Kurosawas 'Die Verborgene Festung' auch Ritter- und Schelmenromane von Luigi Pulci, Rabelais, Cervantes und Italo Calvinos 'Der geteilte Visconte'. Der Name Brancaleone geht auf einen italienischen Ritter zurück, der 1503 an der Disfida di Barletta teilnahm.

Entstehung

Produzent Mario Cecchi Gori war nach der Lektüre des Drehbuchs zunächst skeptisch, weil er die Dialoge für unverständlich hielt. Er ließ sich erst überzeugen, nachdem Regisseur Monicelli aus Überzeugung für das Projekt auf seine eigene Regie-Gage verzichtete.

Besetzung

Die Rolle des Brancaleone war ursprünglich für Alberto Sordi vorgesehen, der jedoch kaum Interesse zeigte, woraufhin die Autoren die Figur auf Vittorio Gassman zuschnitten, der die Rolle begeistert annahm.

Besetzung

Die Besetzung von Gian Maria Volonté als Teofilatto wurde Regisseur Monicelli vom Produzenten aufgezwungen; Monicelli hätte lieber Raimondo Vianello für die Rolle gehabt, wie er anlässlich des 40. Jubiläums des Films verriet.

Besetzung

Enrico Maria Salerno bat nach der Lektüre des Drehbuchs selbst um die Rolle des Mönchs Zenone und überzeugte Monicelli mit einer eigens entwickelten Falsett-Stimme für die Figur.

Besetzung

Die etwa zwanzigjährige Catherine Spaak beherrschte weder das Italienische noch die im Drehbuch verwendete Kunstsprache gut und wurde deshalb am Set anfangs mit Spott und derben Sprüchen empfangen, was sie zunächst zu Tränen rührte.

Besetzung

Die Rolle des Taccone wurde von Luigi Sangiorgi gespielt, einem Laiendarsteller, der buchstäblich von der Straße geholt wurde; manche Quellen verwechseln ihn fälschlich mit dem älteren Schauspielschüler Gianluigi Crescenzi.

Dreh

Der Film wurde größtenteils im nördlichen Latium und in der Maremma gedreht, unter anderem in Viterbo, Canino, Calcata, Nepi, Vitorchiano, Vulci, Tuscania, Civita Castellana und Civita di Bagnoregio, sowie in der toskanischen Val d'Orcia; die im Film genannten Orte wie Aurocastro sind dagegen fiktiv.

Dreh

Die Schlussszene in Aurocastro wurde im kalabrischen Ort Le Castella bei Capo Rizzuto gedreht, während das anfängliche Turnier unterhalb des umbrischen Dorfes Casteldilago stattfand.

Rezeption

Der Film war 1966 einer der größten Kassenerfolge der italienischen Kinosaison, neben 'Für ein paar Dollar mehr' und dem James-Bond-Film 'Feuerball'. Der nachgewiesene Einspielergebnis bis Ende 1970 betrug rund 1,878 Milliarden Lire.

Rezeption

Ab dem 8. März 1966 wurden in Rom und Bologna von Unbekannten die speziell von Titanus in Auftrag gegebenen Reliefplakate zur Filmwerbung gestohlen.

Anspielungen

Der Ausdruck 'armata Brancaleone' ist in die italienische Alltagssprache und mehrere Wörterbücher eingegangen und bezeichnet eine bunt zusammengewürfelte, schlecht organisierte Gruppe von Personen. Auch Filmzitate wie 'che te ne cale' oder 'fila longobarda' wurden zu populären Redewendungen.

Rezeption

Der Film wurde 1966 in Cannes im Wettbewerb gezeigt und gewann drei Nastri d'Argento, unter anderem für beste Farbkamera, beste Kostüme und beste Musik.

Wissenswertes

1970 entstand mit 'Brancaleone auf Kreuzzug ins Heilige Land' eine Fortsetzung, erneut unter der Regie von Monicelli und mit Vittorio Gassman in der Hauptrolle, die zwar erfolgreich war, aber nicht an den Erfolg des ersten Teils anknüpfen konnte.

Was die Leute dazu sagen (0)

Melde dich an um deine Meinung zu teilen.

Noch keine Rezensionen.

Noch nichts. Starte die Diskussion!

Neue Version verfügbar

Ein Update von Seenr wurde gerade veröffentlicht. Lade neu, um es zu nutzen.