Das größte Drama der Menschheitsgeschichte erzählt von der Geburt, dem Leben und Wirken, dem Tod und der Auferstehung des Jesus von Nazareth. Das von Franco Zeffirelli inszenierte Meisterwerk vermittelt dem Zuschauer ein authentisches Gefühl für die Zeit und die Gestalt Jesu. Ein unvergleichliches Staraufgebot und eine fantastische Dramaturgie entführen Sie für mehr als sechs Stunden in die Welt vor 2000 Jahren.
Die Idee zur Serie entstand, als Papst Paul VI. Lew Grade zu dem Fernsehfilm Moses the Lawgiver gratulierte und den Wunsch äußerte, dessen nächstes Projekt möge das Leben Jesu behandeln. Zwei Wochen später kündigte Grade beim Abendessen mit einem RAI-Manager an, genau dies umsetzen zu wollen.
Entstehung
Franco Zeffirelli, ein gläubiger Katholik, der den Papst noch aus dessen Zeit als Erzbischof von Mailand kannte, lehnte die Regie zunächst ab, wurde aber von Lew Grade überzeugt und nahm den Auftrag kurz vor Weihnachten 1973 an.
Entstehung
Für die Bar-Mizwa-Szene des jungen Jesus konsultierte Zeffirelli Rabbi Albert Friedlander, der ihm mitteilte, dass solche Zeremonien erst ab dem 15. Jahrhundert praktiziert wurden; der Regisseur bestand dennoch auf der Szene, obwohl der Kinderdarsteller Lorenzo Monet den hebräischen Text nur unverständlich murmelte.
Besetzung
Für die Rolle des Jesus waren zunächst die bekannten Stars Dustin Hoffman und Al Pacino im Gespräch, wurden aber verworfen, da beide nur 1,68 m groß waren und optisch nicht dem traditionellen, am Turiner Grabtuch orientierten Jesusbild entsprachen.
Besetzung
Die Idee, Robert Powell zu besetzen, stammte von Lew Grades Ehefrau Kathie Moody, die nach einer BBC-Verfilmung von Jude the Obscure von seinen 'wunderbaren blauen Augen' schwärmte.
Besetzung
Ursprünglich sollte Ian McShane den Jesus spielen und Robert Powell den Judas; nachdem Zeffirelli jedoch Powells Ausstrahlung bemerkte ('Wenn Judas solche Augen gehabt hätte, welche Präsenz hätte dann erst Christus gehabt!'), wurden die Rollen getauscht.
Besetzung
Zeffirelli wollte ursprünglich Elizabeth Taylor als Maria Magdalena besetzen, doch diese erkrankte, sodass die Rolle an Anne Bancroft ging, die dafür auf einen Teil ihrer Gage verzichtete.
Besetzung
Marcello Mastroianni war zunächst für die Rolle des Pontius Pilatus vorgesehen, lehnte aber wegen der aus seiner Sicht zu geringen Gage von 30.000 Dollar ab, weshalb stattdessen Rod Steiger verpflichtet wurde.
Besetzung
Für die Rolle der Maria war zunächst eine Aufteilung geplant: ein unbekanntes marokkanisches Mädchen als junge Maria und Irene Papas als ältere Gottesmutter; zudem lehnte Maria Schneider die Rolle ab, was sie später bereute, als der Film ein Erfolg wurde.
Dreh
Die Dreharbeiten fanden von September 1975 bis Mai 1976 in Marokko und Tunesien statt, wobei die Synagogenszenen mit jüdischen Statisten aus der Gemeinde auf der Insel Djerba gedreht wurden und die Stadt Monastir als antikes Jerusalem diente.
Dreh
Da viele lokale Statisten nur schlecht Englisch sprachen, verzichtete Zeffirelli oft ganz auf Tonaufnahmen am Set und ließ die Hauptdarsteller ihre eigenen Rollen später im Studio synchronisieren.
Dreh
Die Dreharbeiten in Tunesien fanden zeitgleich mit den Dreharbeiten zu Star Wars statt; laut Schauspielerin Koo Stark verirrte sich wegen einer Funkstörung ein außer Kontrolle geratener R2-D2-Droide auf das Set von Jesus of Nazareth.
Dreh
Für die Kreuzigungsszene hungerte sich Robert Powell zwölf Tage lang mit einer reinen Käse-Diät ab, um erschöpft und ausgemergelt zu wirken.
Dreh
Die Angaben zum Budget schwanken je nach Quelle zwischen etwa 12 und 20 Millionen Dollar, doch Lew Grade selbst schrieb in seiner Autobiografie, dass die Produktion letztlich 45 Millionen Dollar gekostet habe.
Anspielungen
Die für die Serie errichteten Kulissen wurden kurze Zeit später von der britischen Komikertruppe Monty Python für ihre Religionssatire Das Leben des Brian (1979) weiterverwendet.
Effekte
Robert Powell blinzelt während des gesamten Films kaum, eine bewusste Regieentscheidung Zeffirellis in Anlehnung an frühere Jesus-Darsteller wie H. B. Warner (1927) und Max von Sydow (1965); zusätzlich wurde ihm dunkelblauer Eyeliner aufgetragen, um seine blauen Augen zu betonen.
Wissenswertes
Der Film hält bis heute einen Rekord: In der Produktion wirken sechs Schauspieler mit, die zur Drehzeit bereits Oscarpreisträger waren, sowie weitere sechs, die zumindest für den Oscar nominiert waren.
Wissenswertes
Olivia Hussey, die Maria darstellte, war zum Zeitpunkt der Kreuzigungsszene mit 26 Jahren jünger als ihr Filmsohn Robert Powell, der 33 war.
Rezeption
Papst Paul VI. empfahl die Serie am Palmsonntag 1977 öffentlich den Gläubigen, worauf sie in italienischen Großstädten laut Umfragen von 84 Prozent der Fernsehbesitzer gesehen wurde.
Rezeption
In den USA erzielte die Erstausstrahlung sensationelle Einschaltquoten von 53 Prozent in Los Angeles und 46 Prozent in New York und erreichte insgesamt schätzungsweise 90 Millionen Zuschauer.
Rezeption
Vor der Ausstrahlung wurde die Serie von protestantischen Fundamentalisten um Bob Jones III. als Gotteslästerung verurteilt, obwohl dieser den Film nie gesehen hatte; nach 18.000 Protestbriefen zog sich Sponsor General Motors mit seinen drei Millionen Dollar zurück, woraufhin Procter & Gamble einsprang und eine zusätzliche Auferstehungsszene eingefügt wurde, damit die Ausstrahlung stattfinden konnte.